Klassikwelt Bodensee 2026


"Die Klassikwelt Bodensee zieht Alt und Jung in ihren Bann,
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Die wunderbare Welt der Fahrzeugkultur
Wir waren begeistert und möchten unseren Leser herzlich dazu einladen mittels unserem Bericht und unseren Fotos mit uns einzutauchen in die wunderbare Welt der Fahrzeugkultur und dem unvergleichlichen Charme dieser Messe „Klassikwelt Bodensee“.
Lakeside Cinematics war erneut dabei
Unsere geliebte Messe „Klassikwelt Bodensee“ in Friedrichshafen am Bodensee, nahe vor unserer Haustür, hat uns auch 2026 wieder in ihren Bann gezogen. Wir von Lakeside Cinematics war erneut dabei und wir sind auch ein weiteres Mal begeistert. Wunderschöne Fahrzeuge von klassischen Oldtimern, über Rennsportlegenden, seltenste Unikate, bis zur Feuerwehr von anno dazumal, verzaubernde Reisebusse voller Nostalgie, Rennen auf der Messestrecke, tolle Messestände und vieles mehr. Aber auch Geschichten, die von Abenteuern und unglaublichen Leistungen und Anstrengungen der Besitzer erzählen.

Eine unvergleichbare Mischung
Im Pressetreffen, einen Tag vor Messestart, wurde Herr Jan Hennen, seines Zeichens Vizepräsident des DEUVET Bundesverband Oldtimer - Youngtimer e.V., bzw. die Stimme der deutschen Oldtimer- und Youngtimer-Szene danach gefragt, was die Klassikwelt Bodensee für ihn so besonders macht. Er antworte: „Wir sind auf allen großen Messen in Deutschland unterwegs. Es gibt die einen Messen und die anderen, die wie diese hier einen gewissen Freizeitcharakter mitbringen. Die Klassikwelt Bodensee bietet jedoch eine Mischung, die es im Vergleich so nicht noch einmal gibt. Hier ist das Gelände, da ist die Umgebung mit dem Flugplatz und dazu die Landschaft und der See. Das alles gibt es so woanders nicht.“


Und genauso ist es, wie Herr Jan Hennen betonte: 12 großzügige Messehallen, eine 1,6 km lange Fahrzeugstrecke im Außenbereich, plus direktem Zugang zum Flughafen Friedrichshafen. So ist es möglich, dass ein Messe- und Show-Programm geboten werden kann, dessen Kombination seinesgleichen sucht. Allein schon das kontinuierliche Rennprogramm, das als „Begleiterscheinung“ sogar zwei Fahrerlager-Hallen „mitbringt“, sind Attraktionen, die die Besucher begeistern. Rennsport-Klassiker zum Greifen nahe. Dazu noch eine Flugshow, mit spektakulären Luftakrobaten der Extraklasse. Die Klassikwelt Bodensee ist neben der Tuningwelt Bodensee definitiv eine „Erlebniswelt“ der Superlative im deutschen Raum.

Die Magie der Klassikwelt Bodensee
Doch ist damit wirklich schon alles über die „Magie“ der Klassikwelt Bodensee erklärt? Nein! Das wahre „Wesen“ der Klassikwelt Bodensee erschließt sich auf eine ganz besondere Art: Es sind nicht allein die unzähligen Fahrzeuge und die enorme Vielfalt der Raritäten in den Messehallen sowie die Vorführungen im Freigelände, welche diese Messe so besonders machen. Nein, das wahre Feuerwerk der Eindrücke zeichnet sich durch echte und spannende Geschichten sowie durch die Menschen und Emotionen dahinter aus. Denn nahezu jedes Fahrzeug, vom ehrwürdigen Vorkriegsmodell bis hin zum vergleichsweise modernen Klassiker, bringt seine ganz eigene Geschichte mit sich. Von einzigartigen Konstrukteuren und glorreichen Unternehmen, von genialen Rennen und Rennsiegen, vom Erwerb bis zur Restaurierung oder kreativen Umbaus, vom investierten Kapital bis hin zum heutigen Marktwert, man erfährt spannendes.

Es sind die Details, die oftmals verborgenen Hintergründe und persönlichen Geschichten, die den eigentlichen Zauber der Klassikwelt Bodensee ausmachen. Wer die Messe nur im Vorbeigehen besucht, sieht wunderschöne Fahrzeuge. Wer sich Zeit nimmt und auch ins Gespräch geht, entdeckt eine Welt voller Hingabe und Emotionen, wunderbaren Erinnerungen und Geschichten. Nachfolgend schildern wir in einer kleinen Auswahl derjenigen faszinierenden Geschichten, die wir auf der Messe erlebt haben.
Mr. Lamborghini & Lamborghini Centenario
Am Stand der Lamborghinis war ein hoher Besucher anwesend, den wir entdeckt haben. Mr. Fabio Lamborghini, Neffe des legendären Firmengründers Ferruccio Lamborghini. Er ist ein höchst eleganter Italiener, wie man ihn sich vorstellt, bekleidet in einem schicken blauen Anzug. Fabio Lamborghini gilt als der Bewahrer und Zeitzeuge der Familiengeschichte. Wir hatten ein sehr nettes Gespräch mit ihm und durften mit ihm auch ein Foto machen. Am Lamborghini-Stand befand sich auch ein ganz besonderes Fahrzeug. Das wertvollste auf der Messe; ein Lamborghini Centenario Coupé. Nicht „irgendeiner“ von denen wenigen, die auf der Welt existieren. Er ist zwar definitiv kein Oldtimer, jedoch ein Klassiker, weshalb er da wo er stand auch goldrichtig stand. Die Geschichte zu diesem Auto ist faszinierend: Bereits die Serienversion dieses Ausnahmefahrzeugs ist mit lediglich vierzig gebauten Exemplaren (20 Coupé- und 20 Roadster-Versionen) weltweit eine extreme Seltenheit.

Der auf der Klassikwelt Bodensee ausgestellte Lamborghini Centenario spielt jedoch nochmals in einer anderen Liga: Er gehört nicht zu den vierzig Exemplaren. Sondern er ist einer der beiden einzigen Prototypen, die im Rahmen der Entwicklung des Modells entstanden sind. Das Traumauto, das auch noch mehr Power hat als seine „Standardkollegen“, ist also ein Automobil, das selbst erfahrene Kenner nicht alle Tage zu Gesicht bekommen. Marktwert bzw. Verkaufspreis: mickrige 10 Millionen Euro. Wie wir erfahren haben, wäre der Wagen derzeit sogar käuflich zu erwerben. Nach Prüfung unserer Finanzen mussten wir jedoch rasch feststellen, dass eine übermäßig große Kluft zwischen Traum und Realität besteht.

Ein Panzermotor in einem Auto
Zu entdecken gab es auch ein ganz spezielles Einzelstück eines Fahrzeuges Baujahr 1938. Die offene Konstruktion ohne klassische Karosserie und der extrem lange Radstand macht dieses Monster unverkennbar. Die Rede ist vom Meteor V12 Special. Er verfügt über einen 27 Liter V12 Rolls-Royce-Motor. Ursprünglich verrichteten diese Meteor-Motoren ihren Dienst in britischen Centurion-Panzern. Im Meteor Special sorgt das Triebwerk für eine Leistung von ungefähr 800 PS. Des Weiteren besonders zu erwähnen ist, dass das Triebwerk eigentlich von dem legendären Merlin-Flugmotor stammt, der unter anderem die Spitfire, das berühmteste Jagdflugzeug der Geschichte, antrieb. Das Fahrzeug war auch auf der Rennstrecke zu sehen, wo es feuerspuckend aus seinen seitlich herausragenden Auspuffkrümmern durch die Runden donnerte. Die Geschichte hinter den Männern, die das Fahrzeug aufgebaut haben, ist ebenso eine spannende, würde jedoch unseren Berichtsrahmen sprengen.

Ein Motorrad, dass es nur einmal gibt
Drei Freunde bauen über den Winter ein Motorrad zusammen. Sie verwenden für den Rahmen eine Kombination aus Eichenholz und geschmiedeten Stahl. Der Rahmen dient im oberen Teil gleichzeitig als Tank. Der eingebaute Motor ist ein Wolseley WD9 Baujahr 1943. Dieser Einzylinder-Benzinmotor wurde zwischen den 1940er- und frühen 1970er-Jahren in der Landwirtschaft, in Pumpanlagen und stationären Maschinen eingesetzt, aber nicht in Motorrädern. Diese Mischung aus Handwerkskunst, Kreativität und technischer Improvisation machte das Einzelstück definitiv zu einem der sympathischsten Exponate der Messe.

Venturi 400 GT-R, der französische Ferrari F40
Im Foyer Ost stand ein Fahrzeug, das nur äußerst selten zu sehen ist: ein Venturi 400 GT-R in einer Spezialversion. Von diesem Klassiker sind lediglich etwa 13 bis 15 Straßenversionen unterwegs. In Deutschland allerdings nur dieser ausgestellte Wagen. Der 400 GT-R war kein Straßenwagen, der später für die Rennstrecke umgebaut wurde, sondern genau umgekehrt: ein Rennwagen, der für die Straße homologiert wurde. Der französische Supersportwagen wird nicht ohne Grund als „französischer Ferrari“ bezeichnet. Seine markante Silhouette erinnert unverkennbar an den Ferrari F40, während seine Fahrleistungen Mitte der 1990er-Jahre ebenfalls in der obersten Liga spielten. Doch der Venturi ist weit mehr als eine optische Besonderheit. Er entstand direkt aus einem erfolgreichen Rennfahrzeug und zählt zu den ersten Serien-Rennautos der Welt, die serienmäßig mit Carbon-Keramik-Bremsen ausgestattet wurden. Mit unter hundert Straßenversionen weltweit, gehört er heute zu den seltensten europäischen Supersportwagen überhaupt. Wer ihn auf der Klassikwelt Bodensee bemerkte, blickte nicht nur auf ein außergewöhnliches Automobil, sondern auf ein Kapitel französischer Automobilgeschichte.

Wir könnten an dieser Stelle noch viele weitere Geschichten über die außergewöhnlichen Fahrzeuge der Klassikwelt Bodensee 2026 erzählen. Doch das würde den Rahmen bei weitem sprengen. Wenden wir uns daher einem ebenso spannenden und faszinierenden Kapitel dieser Messe zu: den Clubs und Vereinen, die mit ihren Mitgliedern, ihren Exponaten und ihrer Leidenschaft einen wesentlichen Teil des besonderen Flairs ausmachen. Denn die Klassikwelt Bodensee lebt nicht allein von historischen Karossen. Es sind vor allem die Menschen dahinter, die ihre Begeisterung teilen, Wissen weitergeben und die Geschichte einer über Jahrzehnte diversifizierten Mobilität lebendig halten. Stellvertretend für viele andere möchten wir deshalb einige Eindrücke herausgreifen, denen wir mit unserem Bericht die folgenden Zeilen widmen möchten.

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Bemerkenswerte Club-Arena
Wir von Lakeside Cinematics haben unseren Moggie, genauer gesagt unseren Morris Minor 1000 Saloon, als Mitglied des WOC, Wasserburger-Oldtimer-Clubs, auf dessen Stand in Halle A4 ausgestellt. Dort, wo die zahlreichen Clubs und Interessengemeinschaften ihre Heimat hatten. Dabei sind uns mehrere Clubs ins Auge gefallen.


Freunde alter Motorfahrzeuge Mindelheim e.V.
Der Mindelheimer Oldtimerclub „Freunde alter Motorfahrzeuge Mindelheim e.V.“ hatte einen wunderbar gestalteten Stand aufgebaut, bei dem die Liebe zum Detail förmlich spürbar war. Umgeben von einem rustikalen Holzlattenzaun, geschmückt mit Blumen und einem Straßen-Wegweiser mit der Aufschrift „Mindelheim“, der den Besuchern den Weg zum Stand-Eingang wies, entstand eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlud. Links wurde die Szenerie von einem klassischen Automobil eingerahmt, rechts von einer Cabrio-Schönheit, dazu ein historisches Motorrad. Den Abschluss auf der rechten Seite bildete ein Stadtbus vergangener Zeiten. Im Hintergrund stand ein kleiner Schuppen, dessen Wände mit nostalgischen Email-Schildern dekoriert waren.

Davor befand sich eine Sitzgruppe mit alten Stühlen. Es fühlte sich an, als hätte man ein Stück Vergangenheit konserviert und mitten in die Messehalle versetzt. Der Verein veranstaltet seit über 40 Jahren das mittlerweile legendäre Pfingstreffen in Mindelheim, an dem mitten in der historischen Innenstadt, Oldtimer an Oldtimer stehen und an verschiedenen Orten Live-Musik dargeboten wird. Ebenso eine einzigartige Atmosphäre. Doch kommen wir wieder zurück zum Stand des Vereins an der Klassikwelt Bodensee 2026. Die Mitglieder, die den Messestand organisiert haben, haben sich richtig ins Zeug geschmissen. Auch der Mindelheimer Bürgermeister a.D., Hans-Georg Wawra, der sich für die Oldtimer-Szene in Mindelheim engagiert, hat sich aktiv beteiligt. Besonders gelungene Clubauftritte und Standgestaltungen wurden in den vergangenen Jahren prämiert und so gelang es den Mindelheimern in 2019 als schönster Club-Stand der Messe hervor zugehen. Für 2026 fällt auf, dass die Messe die Vielfalt der Clubs und Markenvereinigungen zwar hervorhebt, jedoch keine Clubstand-Wertung oder Preisverleihung stattgefunden hat.


Zeitreise in die 90er Jahre
Auch auf dem gegenüberliegenden Stand „Sonderschau Zeitreise in die 90er Jahre“, bei dem diese Epoche im Mittelpunkt stand, konnte man den leidenschaftlichen Enthusiasmus seiner Gestalter deutlich ansehen. Für jeden ausgestellten Klassiker hatten sie eigene Präsentationsflächen geschaffen. Hinter den Automobilen erhoben sich großformatige Stellwände, die auf der Rückseite mit eindrucksvollen Grafiken aus den 90er-Jahren gestaltet waren. Auf der den Fahrzeugen zugewandten Seite fanden sich die Beschreibungen zu den jeweiligen Modellen in angenehm großer Schrift. So konnte man durch die großzügig angelegte Ausstellungsfläche flanieren und von Fahrzeug zu Fahrzeug schlendern. Fast wirkte es wie ein kleines Museum innerhalb der Messe, das seine Besucher einlud, für einen Moment innezuhalten und in die faszinierende Welt der 1990er-Jahre einzutauchen.

Fiat Topolino-Interessengemeinschaft
Ein anderer Club, die Fiat Topolino-Interessengemeinschaft „Topolino – Freunde Bodensee Vorarlberg“, brachte italienisches Flair in die Messehalle. Liebevoll präsentierte Topolinos vor einer stimmungsvollen Kulissenwand mit Topolino-Accessoires sorgten dafür, dass man sich für einen Augenblick wie in einer kleinen italienischen Piazza wähnte. Die reizenden Kleinstwagen, die einst das Straßenbild Italiens prägten, bildeten gemeinsam mit der Stand-Umgebung ein harmonisches Gesamtbild, das viele Besucher zum Schmunzeln brachte. Fast erwartete man, dass ein Espresso serviert wird und im Hintergrund italienische Musik erklingt.

Freundes- und Förderkreis DO X e.V.
Einen Verein der etwas „anderen Art“, den „Freundes- und Förderkreis DO X e.V.“ möchten wir noch erwähnen. Mitten auf unserem Weg durch die Flugzeugabteilung, die uns als Flugzeugfans auch interessierte, wurden wir angesprochen und eingeladen, uns eine außergewöhnliche Geschichte näher anzuhören. Genauer gesagt die Geschichte einer faszinierenden Legende der Luftfahrt: der Dornier Do X. Man muss sich vorstellen, dass es tatsächlich ein paar „Verrückte“ gibt, man verzeihe mir die Formulierung, die sich auf die Fahne geschrieben haben, das spektakulärste Flugzeugboot der Luftfahrtgeschichte seiner Zeit zu rekonstruieren. Mit einer Spannweite von 48 Metern und einer Länge von rund 40 Metern, gehörte der Kollos zu den größten Flugzeugen der Welt. Wir waren gelinde gesagt baff! Anders kann man es kaum ausdrücken. Es ist das eine, einen Oldtimer oder ein historisches Fahrzeug zu restaurieren oder neu aufzubauen. Doch einen derartigen Giganten der Luftfahrtgeschichte nachzubauen, bewegt sich in einer völlig anderen Dimension.

Der Verein sucht Unterstützer, um dieses Mammutprojekt Schritt für Schritt verwirklichen zu können. Mit dem Nachbau der Bugsektion wurde bereits begonnen. Gemeinsam mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg haben die Beteiligten dafür, nach eigenen Angaben, bereits mehr als 40.000 Arbeitsstunden investiert. Während unseres Gesprächs schwankten wir irgendwo zwischen Bewunderung und ungläubigem Staunen. Natürlich könnte man diese Enthusiasten auf liebevolle Weise als „durchgeknallt“ bezeichnen. Doch gleichzeitig erinnerte ich mich daran, dass ich in meiner Jugend selbst an einem außergewöhnlichen Projekt mitarbeiten durfte: der Restaurierung des historischen Schaufelraddampfers Hohentwiel. Allerdings gab es einen entscheidenden Unterschied: Die Hohentwiel besaß trotz ihres schlechten Zustands noch eine vorhandene Grundsubstanz. Bei der Dornier Do X hingegen geht es um die Rekonstruktion eines Flugzeuggiganten, dessen Original längst nicht mehr existiert. Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung. Man muss tatsächlich (ein wenig) verrückt sein, um sich einer solchen Aufgabe zu verschreiben. Doch gerade solche Menschen sind es, das ist im Grunde worüber wir berichten wollen und wofür wir unsere Leidenschaft hergeben; die Geschichten hinter den Exponaten auf einer solchen Messe wie der Klassikwelt Bodensee.


Wir möchten uns entschuldigen, wenn wir einerseits ausgiebig berichten und anderseits einige Vereine bzw. Clubs nicht entsprechend würdigen. Selbstverständlich wären auch die anderen Clubs wie z.B. BMW, Lancia IG e.V., Lloyd-Freunde u.a. zu erwähnen, doch fehlte uns schlichtweg die Zeit allen Clubs und Vereinen die Ehre zu erweisen. Diejenigen, über die wir nicht berichtet haben, werden wir im nächsten Jahr mit Sicherheit besuchen.
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Feuerwehrfahrzeuge und Busse anno dazumal
Besonders reizvoll fanden wir die Sonderschau der historischen Feuerwehrfahrzeuge und Busse. Wie sie dort links und rechts des Weges schön in Reih und Glied standen, konnte man sich gedanklich kaum entziehen, in vergangene Zeiten einzutauchen. Beim Anblick der alten Feuerwehrfahrzeuge stellte man sich unweigerlich vor, wie die Mannschaft einst mit ihren glänzenden Metallhelmen und den charakteristischen Uniformen ausrückte, wenn irgendwo das Feuer loderte. Nicht minder faszinierend die nostalgischen Busse. Sie wirken wie rollende "Zeitkapseln" einer Epoche, in der Reisen noch etwas Gemächlicheres hatte, wo unsere Welt noch eine andere war. Beim Blick durch die großen Fenster stellt man sich vor, wie die Landschaft gemächlich vorbeizieht, während man über Landstraßen, durch kleine Dörfer und vorbei an Wiesen und Feldern seinem Ziel entgegenfuhr. Ich denke, nicht nur uns erging es so, sondern auch vielen anderen Besuchern.


Das Spektakel „Freigelände“
Auf den Besucherparkplätzen, der sogenannten „ADAC Oldtimer-Parkarena“, kann jeder, der sein Schmuckstück mitbringt, mitten im Herzen der Messe kostenfrei parken. Hier standen alle Fahrzeug-Gattungen, die man sich vorstellen kann. Neben der Betrachtung der unglaublichen Vielfalt der Automobilgeschichte, ist zudem die Einfahrt der Exponate, also wie sie einer nach dem anderen auf dem Parkplatz eintrudeln, eine wahre Augenfreude für die Messebesucher. Für zusätzliche Aufmerksamkeit im Freigelände sorgte das Abacus Theater aus den Niederlanden. Mit ihren langsam dahingleitenden und skurrilen Kunstwerken bewegt sich die Szenerie irgendwo zwischen Straßenkunst, Theater und Fantasie. Die Gefährte bzw. Konstruktionen, halb Maschine, halb Kunstobjekt, wirken als wären sie einem Roman von Jules Verne entsprungen. Auf ihrem Weg über das Messegelände, bewegten sich die Theaterleute mit ihren Konstrukten und filmreifem Gesichtsausdruck sowie Gestikulationen sehr gemächlich. So sind sie unentwegt aufgenommen worden und auf einigen tausende Handys als Fotos und Videos gelandet.



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Benzinduft und Motorenknattern beim Vintage Demo Racing
Auf dem rund 1,6 Kilometer langen Messerundkurs vor den A-Hallen mit Sicht auf den Friedrichshafener Flughafen hat das sogenannte Vintage Demo Racing stattgefunden. Im Prinzip den ganzen Tag lang zogen die verschiedenen Fahrzeugklassen ihre Runden. Die Messe spricht von 300 Rennfahrzeugen. Was jedoch so nicht ganz stimmig ist. Denn einige, vor allem die Klasse der Vorkriegsmodelle, waren zu ihrer Zeit zwar schnell, doch mit der Geschwindigkeit der jüngeren Fahrzeugklassen nicht vergleichbar. Doch darin lag ein besonderer Reiz. Wenn diese historischen „Rösser“ über den Rundkurs knatterten, konnte man erahnen, wie Motorsport einst gewesen sein muss. Für eine ganz besondere Stimmung sorgte dann immer die Ehrenrunden, ganz nah an den Zuschauern vorbei. Der ein oder andere Fahrer lies sein Gefährt nochmals laut aufbrüllen und verteilte seinen Benzinduft unter die Leute.







Next Gen - Classic Racers
Tatsächliche Rennen lieferten sich vor allem die getunten Fahrzeugklassiker. Z.B. waren auch die jungen Fahrerinnen Juliane Meßmer, Tochter von Jürgen Pippig und Sarah Blepp unter dem Motte der Messe „Next Gen - Classic Racers“ dabei. Juliane berichtete, dass sie auf ihren eigenen Wunsch hin, von Ihrem Vater Jürgen Pippig in den Motorsport eingeführt worden ist. Ihr Vater, Herr Pippig ist kein geringerer als der frühere Leiter der Motorsport- und Produktpresse bei Porsche. Er war auf der Messe auch zugegen und hat seine Tochter unterstützt. Wir wollten eigentlich ein Gespräch mit ihnen führen um etwas mehr zu erfahren. Wir haben zweimal in der Fahrerhalle vorbeigesehen, jedoch haben wir sie leider nicht antreffen können. Sarah Blepp erläuterte den Anwesenden, wie sich die Jugend heutzutage zusammenschließt und warum die immer älter werdenden Klassik-Vereine noch nicht damit klarkommen. Es gilt auf die Veränderungen der heutigen Zeit einzugehen und Ideen zu entwickeln. Schließlich hat auch die junge Generation Lust auf Klassiker sowie auf den Motorsport.


Holger Ewald begrüßte am Pressetag die anwesenden Medienleute. Seit Anfang diesen Jahres hat Holger Ewald die Projektleitung der Klassikwelt Bodensee vom vorhergehenden Zuständigen, leider vor einigen Wochen verstorbenen, ehemaligen Projektleiter, Roland Bosch übernommen. Er hat damit eine große Herausforderung angenommen, weil sein Vorgänger war sozusagen der „Vater“ der Klassikwelt Messe. Der beliebte Roland Bosch hatte von Beginn an im Jahr 2008 die Messe betreut. Herr Ewald hat also mit der diesjährigen Klassikwelt Bodensee sein Debut gefeiert bzw. seine Feuertaufe bestanden. Wir sind ganz locker ins Gespräch mit ihm gekommen und befinden ihn als sehr sympathisch. Einige Male haben wir ihn bei unseren Touren über das Messegelände angetroffen, denn er war viel unterwegs um nach dem Rechten zu sehen. Es ist nicht alles nach Plan gelaufen, das haben wir mitbekommen. Aber das ist sicherlich der ganz normale Wahnsinn bei so einem aufwändigem Event.

Luftakrobatik mit Herz
Nicht unerwähnt bleiben darf die wirklich beeindruckende Flugshow. Zugegeben, die Flugzeuge hätten gerne etwas näher über das Gelände fliegen dürfen. Doch die Zeiten haben sich geändert, denn neue Sicherheitsvorschriften und die Erfahrungen vergangener Flugshow-Unglücke haben die Regeln deutlich verschärft. Darüber kann man unterschiedlicher Meinung sein, nachvollziehbar sind die Vorgaben jedoch allemal. Ein ganz besonderes Highlight war der Herzflug der beiden „Airfield Art Kart Neug Flieger“, eine Kunstflugformation aus der Schweiz. Hoch über dem Messegelände zeichneten sie ein Herz in den blau-weißen Himmel. Zunächst flogen sie gemeinsam auf einer Linie, ehe sie sich synchron voneinander entfernten. Einer nach links, der andere nach rechts. Begleitet wurde das Manöver von weißen Rauchfahnen, die wie Pinselstriche am Firmament zurückblieben. Dann flogen die beiden Flieger wieder aufeinander zu. So entstand aus den beiden geschwungenen Flugbahnen die Kontur eines Herzens. Für einen Augenblick schien das Himmelsherz stillzustehen und so schwebte es eine Weile, ehe es sich langsam auflöste und mit dem Blauweiß des Himmels verschmolz. Begleitet von stimmungsvoller Instrumentalmusik entstand eine Stimmung, die etwas Poetisches an sich hatte. Als die Flugzeuge ihr Kunststück vollendet hatten, spendeten die Zuschauer begeisterten Applaus. Ein würdiger Dank für einen der schönsten Momente der gesamten Flugvorführung.
Hoch über dem Messegelände zeichneten die "Airfield Art Kart Neug Flieger" ein Herz in den blau-weißen Himmel.

Messeerlebnis, das kaum Wünsche offenließ
Die Messe Friedrichshafen betrieb mit der Klassikwelt Bodensee 2026 wieder einmal einen beeindruckenden Aufwand, der weit über das Übliche hinausgeht. Das Angebot, beziehungsweise Programm, der diesjährigen Veranstaltung war entsprechend vielfältig. In den 12 Messehallen präsentierten rund 800 Aussteller und Clubs mehr als 2.000 Fahrzeuge und sorgten damit für ein Messeerlebnis, das kaum Wünsche offenließ. Natürlich kam auch das Stöbern und Einkaufen nicht zu kurz; von historischen Autoradios über Ersatzteile, Lenkräder, Modellfahrzeuge bis hin zu allerlei Zubehör rund um das klassische Automobil. Ebenso präsent war das Thema Fahrzeugpflege, insbesondere die fachgerechte Pflege historischer Fahrzeuge.
Familie Zürn, Spezialisten für Autopflege „Rotweiss“
In dem zuvor erwähnten Zusammenhang "Autopflege", trafen wir auch die uns bekannte Familie Zürn von Rotweiss-Produkte mit ihrem Verkaufsstand an, was uns besonders freute. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wasserburg am Bodensee, nur wenige Kilometer von unserem Heimatort entfernt. Ihre hochwertigen Pflegeprodukte für Reinigung, Politur und Versiegelung werden selbst entwickelt und hergestellt. Ebenso beeindruckend wie die Produkte, ist die Geschichte des Unternehmens. Sie reicht bis ins Jahr 1937 zurück, als der Vater der Familie den Grundstein für die heutige Firma legte. Ihren Namen verdankt Rotweiss den damals produzierten roten und weißen Bohnerwachsen. Des Gründers Nachfolger, Petra und Josef Zürn sind Diplom-Ingenieure der Chemie. Auch Sohn Dominic ist vor zwei Jahren mit ins Familienunternehmen eingestiegen. Das besondere an Familie Zürn ist, dass sie ihren Kunden mit großer Fachkompetenz, weitgehender Erfahrung sowie einer spürbaren Leidenschaft und bemerkenswerten Herzlichkeit begegnen. In unserer Zeit, in der finanzstarke Marken den Markt übermächtig beherrschen, ist diese Familie mit ihrem kleinen, aber feinen Unternehmen ein schönes Beispiel dafür, dass hinter Spitzenprodukten nicht allein nur die Großen stehen müssen.

Nostalgie & Camping Lebenswelt
Im Innenhof, Freigelände West, war auch noch das traditionelle „Nostalgie Camping“ platziert. Die Camper kommen mit ihren historischen Gespannen, besiedeln die hintere Kurve des Geländes und machen es sich gemütlich. Die Camper bringen ihre „Lebenswelt“ mit und es ist nett anzusehen, wie sie gechillt in ihren Campingstühlen den Messe-Trubel an sich vorbei ziehen lassen. Die Camper-Truppe vermittelt ein Bild davon, wie Urlaub, Reisen und Freiheit in den 1950er-bis zu den 1970er-Jahren ausgesehen hat.
Mit dem Auto in den See
Im Bereich vor dem Haupteingang zur Messe, direkt am Messe-See, bot der „Amphicar Club Deutschland e.V.“ gegen eine kleine Spende, Fahrten mit seinen außergewöhnlichen Amphicars an. Die schwimmfähigen Automobile wurden zwischen 1961 und 1968 gebaut und gelten als die ersten in Serie gefertigten Amphibien-Pkw der Welt. Diese Gelegenheit ließen wir uns nicht entgehen und nahmen selbst Platz in einem der kuriosen Fahrzeuge. Es ist ein ebenso einzigartiges wie ungewöhnliches Gefühl, wenn man zunächst über festen Boden rollt und wenige Augenblicke später in den See hineinfährt. Der Fahrer gibt dabei sogar noch beherzt Gas, wodurch eine ordentliche Fontäne aufspritzt und die Umwandlung vom Auto zum Boot besonders eindrucksvoll in Szene gesetzt wird. Es sind zwei Amphicars unterwegs, sodass man die schwimmenden Klassiker nicht nur als Mitfahrer erleben, sondern auch das andere, mitsamt seinen Insassen beobachten konnte. Halb Auto, halb Boot, zogen sie ihre Bahnen durch den Messe-See und sorgten bei den am See stehenden Zuschauern für Schmunzeln. Eine herrliche Abwechslung, die nicht nur Spaß gemacht hat, sondern auch ein Stück etwas anderer Automobilgeschichte auf ganz besondere Weise erlebbar werden lässt.



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„Randvoll“ mit Eindrücken
Die knapp über 40.000 Messebesucher zeigten sich unserer Beobachtung nach durchweg begeistert. Das überrascht kaum. Denn alles in allem ist die Klassikwelt Bodensee ein faszinierendes Großereignis. Langeweile ist praktisch ausgeschlossen, hier kommt jeder auf seine Kosten. Es gäbe, wie bereits erwähnt, noch einige weitere Eindrücke und Erlebnisse zu schildern. Das „Sunset am See“ an der Friedrichshafener Uferpromenade, wo 65 Oldsmobile von der Messe aus startend durch die Stadt an die malerische Seekulisse fahren, mussten wir genauso schweren Herzens auslassen, wie den ADAC-Clubabend in der Messe-Alm. Zum einen waren unsere Füße zum Abend daran, ihren Dienst einzustellen, zum anderen war auch der Kopf randvoll mit Eindrücken vom Tag, den Geschichten und unserer durchgehenden Konzentration für unsere mehrere tausende Foto-Aufnahmen und dutzende Videos täglich.
Eines haben wir auf der Klassikwelt Bodensee erneut mitgenommen: Die historischen Fahrzeuge sind das eine, doch das Sahnehäubchen sind die Geschichten dahinter. Man könnte dazu geneigt sein, die Fahrzeugbesitzer liebevoll als „Spinner“ oder "Verrückte" zu bezeichnen, die meisten würden das sogar als Kompliment auffassen. Eine ist jedoch sicher; den Charme und die Lebendigkeit der Klassikwelt Bodensee zeichnet sich durch diese herzlichen „Verrückten“ aus!




Falls Sie diese Messe noch nicht erlebt haben, dürfen wir Ihnen den Besuch, vielleicht schon im nächsten Jahr, mit dem besten Wissen und Gewissen wärmstens ans Herz legen.
Euer Lakeside Cinematics Team
Lindau, den 19. Juni 2026
Michael Gfrerer
Autor




















































