Unimogfahren für krebskranke Kinder

Benefizveranstaltung für Familien mit schwer erkrankten Kindern

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Wenn gestandene Kerle weich werden

Man stelle sich diese Szenerie vor: Gestandene Kerle, deren Leidenschaft schweren Fahrzeugen gilt. Im Speziellen: Mercedes-Benz Unimogs und G-Klasse-Fahrzeuge, gebaut für extreme Steigungen und unwegsames, hartes Gelände. Dazu ein karger Steinbruch mit rauem, beinahe filmreifem Gelände und entsprechender Kulisse. Und mittendrin Kinder. Nicht irgendwelche, sondern schwer erkrankte Kinder, viele von ihnen mitten in einer Krebstherapie. Kleine und große Sprösslinge also, deren Alltag von Untersuchungen, Behandlungen und Sorgen geprägt ist.

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Martin Zell, Stellvertreter des Regionalbeauftragten, UCG-Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben, Regionalnummer 26, mit seinem Mercedes-Benz Unimog U 1300 L (435). Mit ihm bin ich von Lindau zum östlichen Tor des Schwarzwalds nach Schwarzwald-Baar und wieder zurückgefahren. Allein das war schon ein Erlebnis der nicht alltäglichen Art. Martin war auch einer der Kinderfahrer.

Am Samstag, dem 11. Juli 2026, war es erneut so weit: Die seit 2010 stattfindende Benefizveranstaltung „Krebskinderfahren“, wie sie kurz bezeichnet wird, fand als geschlossene Veranstaltung statt. Es war die 15. Auflage des Unimog-Club Gaggenau e. V. , Regionalgruppe Schwarzwald-Baar. Am nächsten Tag, dem Sonntag, fand die große öffentliche Veranstaltung der Regionalgruppe statt, bei der Unimogs und auch andere entsprechend geeignete Geländefahrzeuge im Steinbruch fahren durften.

Fotogalerie und Videos zu unserem Bericht in Vorbereitung

Wir sind mit Hochdruck daran unser Material aufzubereiten und benötigen noch eine kleine Weile, bis wir damit online gehen können. Unsere Medien sind hochauflösend und urheberrechtsfrei für den privaten Gebrauch sowie für Veranstalter. Falls du informiert werden möchtest, wenn die Galerie steht, dann sende uns einfach eine E-Mail an: info@lakeside-cinematics.de. Wir geben gerne Bescheid. Sodann herzliche Grüße vom Lakeside Cinematics Team

Wie kann man sich das „Kinder-Unimog-Fahren“ vorstellen?

Zu der geschlossenen Veranstaltung kamen rund 100 Teilnehmer, Kinder mit ihren Eltern oder teilweise Pfleger. Für ihre Fahrten durch den Steinbruch standen etwa 20 Unimogs sowie mehrere Mercedes-G-Klasse-Geländewagen bereit. Am Startplatz, der gleichzeitig das Ziel ist, stehen die Kinder mit ihren Eltern oder ihrer Betreuung und warten ähnlich wie an einer Bushaltestelle. Da man jedoch in einen Unimog nicht wie bei einem Bus einfach so einsteigen kann, sondern der Einstieg eher einer Besteigung gleicht, wird jeweils eine fahrbare Treppe für den Zustieg an die Kolosse herangefahren. Ein Fahrzeug nach dem anderen nimmt die Kinder auf. Immer wieder drehen die Fahrer ihre Runden durch den Steinbruch. So lange, bis alle Kinder mitgefahren sind. Einige von ihnen wollten sogar mehrfach mitfahren. Die unermüdlichen Fahrer gaben nicht auf, bevor nicht alle Sprösslinge auf ihre Kosten gekommen waren.

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Der Treppenmann: Er war für die fahrbare Treppe zuständig, damit den Kindern die Besteigung sowie der Ausstieg aus den Unimog-Kolossen erleichtert wurde.

Der Parcours durch den Steinbruch

Gestandene Fahrzeuglenker, die nichts scheuen, und Beifahrer, die zumindest „ein wenig“ Respekt vor dem haben, was da kommt, machen sich mit den extrem geländegängigen Fahrzeugen auf den Weg in die karge Landschaft. Zunächst geht es über eine staubige, sich schlängelnde Straße mitten durch den Steinbruch, vorbei an einer eindrücklichen Kulisse, die ein wenig an den Grand Canyon erinnert. Das erste Hindernis ist ein recht steiler Hang, der sich jedoch noch auf sandigem Untergrund befindet. Dann führt die Strecke entlang der oberen Ebene des vorgegebenen Parcours bis zu einem Hindernis, das sowohl durch die technischen Möglichkeiten des Fahrzeugs als auch durch das Können seines Führers bewältigt werden muss. Man müsste es eigentlich nicht eigens erwähnen, doch ich tue es dennoch: Kein normales Fahrzeug hätte eine Chance, diese Hindernisse zu bewältigen, auch kein „übliches“ Geländefahrzeug. Im Gegenteil: Es würde an einigen Passagen der Route rückwärts wieder hinunterrutschen oder sogar abstürzen. Und dazu zu sagen ist auch, dass die Fahrer nicht einfach auf ihrem Fahrersessel sitzen, sondern richtig arbeiten müssen, um ihre Kolosse sicher zu rangieren und möglichst auf dem Weg zu bleiben.

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Foto von der ersten Fahrt im Steinbruch der Bau-Union in Zimmer-Hörgen. Noch ohne Kinder an Board, damit die Fahrer den Parcours, seine Passagen, sowie Tücken kennenlernen können.

Der Parcours beginnt im südlichen Bereich des Steinbruchs und führt zunächst über die unteren Ebenen des weitläufigen Geländes. Von dort schlängelt sich die Route über verschiedene Höhenstufen immer weiter nach oben. Mehrere Passagen sind als Einbahnstrecken angelegt, sodass sich die Fahrzeuge auch an den schmaleren und besonders steilen Stellen nicht begegnen sollten. Im oberen Bereich wartet der technisch anspruchsvollste Teil der Strecke: enge Kehren, starke Neigungen und mehrere Hindernisse, bei denen die Fahrzeuge ihre Geländegängigkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen können. Anschließend führt der Weg entlang der östlichen Steinbruchseite wieder hinunter zum Ausgangspunkt. Bereiche mit besonderem Gefährdungspotential bleiben dabei konsequent gesperrt. So entsteht eine klar geführte Rundstrecke, die den Fahrern und Fahrzeugen zwar ein wenig abverlangt, den Kindern jedoch genügend Sicherheit bietet, dass nichts passieren kann.

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Hintergrund-Informationen zum Veranstalter Unimog Club Schwarzwald-Baar

Die Regionalgruppe Schwarzwald-Baar ist eine örtliche Untergliederung des Unimog-Club Gaggenau e. V., kurz UCG – gegründet 1993. Der Unimog-Club Gaggenau e. V. ist der bundesweit / international organisierte Hauptverein und führt darunter zahlreiche Regionalgruppen, eine davon ist die Regionalgruppe Schwarzwald-Baar, Regionalgruppe Nr. 24. mit einem zugeordneten Gebiet 78048 bis 78739,  79271 bis 79274. Die Club-Mutter, der Unimog-Club Gaggenau zählt zu den weltweit größten Gemeinschaften für Unimog- und MB-trac-Freunde. Die Macher der Regionalgruppe sind „Chris Becher“ und „Wolfgang Preiss“. Der Dritte im Bunde ist „Richard Koch“, der früher lange Zeit Regionalleiter war und die Steinbruchfahrten vor 15 Jahren initiiert hat. Robert Koch ist tief in der Unimog-Szene verankert und auch fachlicher Unimog Referent (Unimog U 421). Er hat zu Beiträgen, Dokumenten, Scans, Korrekturen und Recherchen für das digitale Unimog-Informationssystem beigesteuert bzw. ist er aktuell immer noch sehr damit beschäftigt.

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Eine der ersten Steigungen der Route durch den Steinbruch, noch relativ einfach. Da könnten auch noch "normale" Geländekarren mithalten, aber bei dem, was danach kommt eher nicht mehr.

Aber bitte mit Vorsicht

Selbstverständlich galten an diesem Tag besondere sicherheitsrelevante Vorschriften. So haben die Verantwortlichen im Fahrer-Briefing die Fahrzeugführer zu besonnenem Fahrverhalten aufgefordert, was letztendlich allen klar gewesen war. Die Geländemonster wurden folglich nicht so extrem bewegt, wie es ihnen ohne ihre kindlichen Mitfahrer ergangen wäre. Das Sicherheitskonzept war entsprechend ausgestaltet und für alle Eventualitäten gerüstet. Keine der Eltern oder Pfleger mussten sich Sorgen um ihre Kinder machen. Was auch so geschehen ist, vollkommen unfallfrei, keine Verletzungen, keine Probleme. 

 

Am Schluss, als die Kinder und Begleiter das Gelände verließen, bin ich noch in den Genuss gekommen, an einer „richtigen“ Fahrt teilzuhaben. Zwar nur ein kleines Stück, doch ausreichend, um die enorme „Psyche“ eines Unimogs kennenzulernen. Zugegebenermaßen bin ich noch nie zuvor in einem Unimog im Gelände mitgefahren. Dieses Militärfahrzeug ist ein derart brachiales Gerät, das ohne Gnade, selbst in Kurven und mit hoher Geschwindigkeit, unwägbares Gelände meistern kann, dass man es nicht zu glauben vermag, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Ich bin mehr als erstaunt und entsprechend begeistert. Einige Fotos dazu gibt es dazu am Ende der Story im unteren Bereich.

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Richard Koch, einer der maßgeblichen Organisatoren des Events, beim Fahrer-Briefing mit deutlicher und unmissverständlicher Ansage, deren Zweck es war, den Fahrern nochmals in aller Klarheit verständlich zu machen, dass an diesem Tag die Sicherheit der Kinder die höchste Priorität hat, ohne jegliche Kompromisse.

Bis nur noch der Himmel zu sehen ist

Doch zurück zum Thema: Die Kinder sitzen also auf dem Beifahrersitz und unterhalten sich mit dem Fahrer. Sie stellen neugierige Fragen. Zumindest so lange, bis es zur Sache geht. Dann wird das eine oder andere, besser gesagt die meisten Kinder, ganz ruhig. Spätestens dann, wenn sich der Wagen aufbäumt, um einen steilen Anstieg zu bezwingen. Oder wenn er sich in einem Winkel von ca. 40 Grad, sprich Nahe der technischen Steigungsgrenze für Unimogs von 45 Grad, wieder hinab arbeitet. Das Fahrzeug, vor allem das Fahrerhaus, schwankt dabei hin und her, einige Male sehr heftig. Dies war zum Beispiel beim letzten Hindernis der Fall. Zuerst ging es über einen Absatz, der allein schon so hoch war, dass die Fahrzeugreifen groß genug sein mussten, um sich an ihm „heraufschaufeln“ zu können. Folglich ist Konzentration, entsprechend Gas geben, sowie richtig kuppeln und schalten notwendig, um überhaupt hinaufkommen zu können. Dann eine steile Neigung hinunter, um unmittelbar danach in eine Wiese zu fahren, die so steil ist, dass man beim Hinauffahren nicht mehr den Weg sieht, sondern nur noch den Himmel. Dieser war an diesem Tag übrigens so blau, dass es blauer kaum hätte sein können. Was in der Folge auch bedeutete, dass der Tag so heiß war, dass er heißer kaum mehr hätte sein können. Deutlich über 30 Grad, wobei oben im Gelände ein teilweise heftiger Wind wehte. Von Abkühlung jedoch keine Rede.

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Eines der spektakulärsten Handicaps des Steinbruch-Parcours. Kurz bevor der Truck oben ankommt, ist kein Weg mehr zu sehen, sondern nur noch der Himmel.
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Vor der Befahrung des steilen Hangs nach unten: Was der Junge den Fahrer wohl sagt oder was er ihn fragt? Wer weiß, vielleicht, ob wir das wirklich schaffen?
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Eine eindeutige Situation ohne viel dazu sagen bzw. schreiben zu müssen: Der Große hat schwer zu arbeiten, der Kleine hat seinen Spaß dabei.
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Das Foto spricht für sich: Die Eltern haben viel Spaß, das Kind noch skeptisch, der Fahrer auf höchstem Konzentrationslevel.
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Ein seltenes Gelände-Fahrzeug: Unimog 6x6, von LESA umgebaut. Bei dem Fahrzeug kann jeder Achsantrieb mit den anderen Antrieben kombiniert werden. Anstatt des üblichen 4x4 Allradantriebs ein 6x6 Antrieb. Technische Details beiseitegelassen, diese Mutter mit ihrem Kind hat jedenfalls eine Menge Spaß.
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Auch Mercedes G-Klasse Geländewagen waren dabei und haben den Steinbruch Parcours meistern können. Für den ein oder anderen Fahrer, war es auch eine wahre Freude bzw. Gelegenheit seinem Fahrzeug artgerecht das zu geben, wofür es gebaut wurde. Der kleinen Dame gefällt es jedenfalls offensichtlich.

Hintergrund-Informationen zur Event-Entstehung

Frau Rosemarie Steurenthaler vom Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg fragte seinerzeit bei der Unimog Regionalgruppe Schwarzwald-Baar an, ob Fahrten mit Unimogs für erkrankte Kinder sowie den Eltern und Geschwister möglich wären. Sie ist damit die eigentliche Initiatorin der Veranstaltung.  Die erste Durchführung hat im Jahr 2010 stattgefunden und wird seither jährlich wiederholt. Sogar während der Coronazeit. Eine führende Medizinerin der angeschlossenen Krebsklinik hatte seinerzeit die Sorge zu den Risiken einer Event-Durchführung - unter den üblichen Corona-Auflagen - hinter die Bedürfnisse der Kinder nach Abwechslung und Spaß, den sie bei dem Event haben, gestellt. 

Die Sonne kannte kein Erbarmen mit mir

Ich wurde von Martin Zell, seines Zeichens stellvertretender Regionalleiter der Bodensee-Gruppe, mit unserem Lakeside Cinematics Kamera-Equipment hinauf zum höchsten Punkt des Steinbruchgeländes gefahren. Dorthin, wo die besonders steilen, sprich spektakulärsten Passagen des Parcours auf die Fahrer und Kinder warteten. Der Sahara-ähnliche Klima-Zustand, sowie der aufgewirbelte Sandstaub der Fahrzeuge trocknete mir den Mund aus und legte sich in meinem Gesicht ab. Meine Objektive bekamen auch einiges ab. Die kleine Drohne, die ich dabeihatte, verweigerte nach kurzer Zeit den Dienst, weil die Motoren bei der Arbeit gegen den Wind zu überlasten drohten. In Kombination mit der staubtrockenen Steinbruchwüste war dies für alle, auch für mich, eine besondere Herausforderung. Mir brannte dort oben die Sonne derart gnadenlos auf den Pelz und den Deckel. Ich war nicht nur an einem Standort aufgestellt, sondern bewegte die Kamera mit schwerem Objektiv samt Stativ sowie die Videokamera an verschiedene Stellen rund um das unwegsame Gelände. Trotz Cap auf dem Kopf und einigem an mittlerweile seuchwarmen Wasser dabei, war es nach ungefähr zweieinhalb Stunden so weit, dass mir tatsächlich schummrig vor Augen wurde. Über das Walkie-Talkie bat ich Martin, mich bei der nächsten Runde wieder abzuholen. Es war genau der richtige Zeitpunkt. Zum einen, um eine kurze Pause einzulegen und meinen gefallenen Blutzuckerspiegel sowie der Dehydrierung entgegenzuwirken. Zum anderen, um noch etwas vom sich dem Ende zuneigenden Teil des Events mitzubekommen.

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Das Foto dient exemplarisch für die enorme Sandstaub-Entwicklung, der ich bei paralleler Hitze und heißen Wind ausgesetzt war. Ich hatte nicht an jedem Standort mein Wasser dabei, so bekam ich auch einen trockenen Mundraum. Sahara-ähnliche Zustände, zwar nicht ganz vergleichbar, dennoch hat es dazu gereicht, dass mir zum ersten Mal bei einem Event schummrig vor Augen wurde. Was tut man nicht alles auf der Jagd nach tollen Fotos.
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Ein Mercedes G-Klasse Fahrer, der auch immer wieder Fotos machte. Man sieht es deutlich an seinem Gewand, dass es ordentlich gestaubt hat. Auch sein Nasenrücken hat die Sonne "etwas" gezeichnet. Doch er war richtig gut drauf, so wie alle - ohne Ausnahme - den Tag einfach super fanden.

Fotogalerie und Videos zu unserem Bericht in Vorbereitung

Wir sind mit Hochdruck daran unser Material aufzubereiten und benötigen noch eine kleine Weile, bis wir damit online gehen können. Unsere Medien sind hochauflösend und urheberrechtsfrei für den privaten Gebrauch sowie für Veranstalter. Falls du informiert werden möchtest, wenn die Galerie steht, dann sende uns einfach eine E-Mail an: info@lakeside-cinematics.de. Wir geben gerne Bescheid. Sodann herzliche Grüße vom Lakeside Cinematics Team

Für ein paar Stunden einfach Kind

Als ich unten, meine Kräfte sammelnd, auf meinem Klappstuhl in der etwas kühleren Halle saß, dort, wo auch die Biertischgarnituren für die Gäste standen und es Verpflegung sowie kühle Getränke gab, hatte ich die Gelegenheit, die Familien und Kinder ein wenig zu beobachten. Wenn man nicht gewusst hätte, dass die Kinder – manche von ihnen noch in Krebsbehandlung, andere bereits in Rehabilitation beziehungsweise Nachsorge – solch schweren Belastungen ausgesetzt sind, hätte man es nicht gespürt. Ein buntes, fröhliches Treiben, Lachen, Toben, alles was Kinder ausmacht. Das war es, was man sah und verspürte. Man kann es vielleicht so beschreiben: Das Unimogfahren lässt die Kinder für eine Weile alles andere vergessen. Die Begeisterung über das Erlebte wirkt nach, noch über viele Tage hinweg, so habe ich es mehrfach vernommen. Auch den Eltern der Kinder war große Freude anzusehen, die ansonsten sicherlich nicht unbedingt zur üblichen „Tagesordnung“ gehört.

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Der Medienmann der Unimog-Truppe machte ein richtiges Foto, wo alle drauf waren. Ich habe ein Foto von der Seite gemacht. Man bekommt jedoch auch hier einen Eindruck zu den teilnehmenden Kinder und Eltern. Einige der Fahrer sind auch auf dem Bild zu sehen.

Wenn Freude wieder Kraft gibt

Ich unterhielt mich mit einigen Personen. Z.B. wurde mir erzählt - und dabei war ich selbst nahe am Wasser gebaut, dass eines der Kinder, abgemagert, durch die Therapie kraftlos und seit einiger Zeit die Nahrungsaufnahme verweigernd, nach dem Unimogfahren wie verwandelt am selben Abend genüsslich ein Schnitzel mitsamt Kartoffelsalat verspeiste. Ein anderer, ehemaliger Fahrer erzählte mir, mittlerweile selbst an Krebs leidend und tatsächlich unter Tränen, wie sehr es ihn immer berührte, den Kindern eine einmalige Zeit zu schenken und Ihnen damit Freude zu bereiten. Wiederum ein anderer Unimog-Lenker, der an diesem Tag aktiv dabei war, ein Diplom-Ingenieur mit eigener Heizungs- und Sanitärfirma, betonte, dass es für ihn die größte Freude sei, dabei zu sein und die Kinder fahren zu dürfen. Das Lachen und die Begeisterung der Kinder bedeuten ihm einfach alles. Richard Koch, ein enorm erfahrener und angesehener Unimog-Spezialist, der das Event 2010 mit ins Leben gerufen hat, erklärte mir auf meine Frage, was das Besondere an dieser Veranstaltung sei, dass er und das Regionalteam Schwarzwald-Baar zutiefst davon berührt seien, den Kindern eine solch große Freude bereiten zu können.

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Selbstverständlich hatten auch die Fahrer sichtlich ihren Spaß bei der Gelegenheit einen Steinbruch zu befahren, der sich nicht alle Tage anbietet. Es war eine dreifache Freude: Die Kinder hatten Spaß, die Fahrer ebenso, die Fahrzeuge konnten "artgerecht" bewegt werden.

Für eine einzige Sache; ein Kinderlächeln

Als ich vom „Krebskinderfahren“, wie man es in Kurzform etwas trocken bezeichnet, hörte, versuchte ich zunächst, den Zusammenhang zu verstehen: schwer erkrankte Kinder und Unimog-Kolosse – wie passt das zusammen? Durch meine Recherche im Vorfeld wurde mir zwar einiges klarer, doch erst der erlebte Tag zeigte in aller Deutlichkeit: Ja, das passt zusammen! Denn diese Art und Weise der „Unterhaltung“ können die Kinder nicht einfach so, oder besser gesagt nicht überall erleben. Noch dazu komplett kostenfrei für die Angehörigen. Es ist etwas ganz Besonderes und der Kontrast höchst faszinierend: Gestandene Kerle werden weich wie Butter, brachiale Kolosse in Schräglage kutschieren „zerbrechliche“ Kinder – man möge mir diesen Ausdruck verzeihen – durch ein hartes Gelände, sozusagen über Stock und Stein, bergauf und bergab. Die Fahrer tun dies ohne dafür auch nur einen einzigen Cent zu verlangen oder zu bekommen. Im Gegenteil: Sie nehmen zum Teil weite Wege auf sich, und auch der Sprit, den ihre Fahrzeuge verschlucken, ist nicht gerade billig. Sie tun all dies nur für eine einzige Sache: ein Kinderlächeln.

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Die Unimog und G-Klasse Fahrer tun das alles vor allem für eines: ein Kinderlächeln.
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Von oben: Der Steinbruch der BAU-UNION in Zimmern-Horgen, welcher außerhalb der Betriebszeiten freundlicherweise der Unimog Regionalgruppe Schwarzwald-Baar für Geländetrainings, Unimog-Treffen und für das Kinderfahren zur Verfügung gestellt wird.

Hintergrund-Informationen zum Steinbruch

Der Steinbruch gehört der BAU-UNION in Zimmern-Horgen. Die Stadt liegt im Ortsteil Horgen der Gemeinde Zimmern ob Rottweil, südwestlich von Rottweil. Der Eigentümer stellt der Unimog Regionalgruppe Schwarzwald-Baar das Gelände für Geländetrainings, Unimog-Treffen und das Kinderfahren zur Verfügung. Der Parcours besteht aus Geröll-, Gras- und Schotterstrecken, steile Auf- und Abfahrten, Querneigungen, Verschränkungen und Wasserdurchfahrten. 

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Die Möglichmacher: Links: Chris Becher - er leitet seit Anfang 2025 als Regionalbeauftragter die Schwarzwald-Baar-Gruppe des Unimog-Club Gaggenau. Er übernahm das Amt von Richard Koch - Mitte: Robert Koch, der Urvater des "Krebskinderfahrens", der seinerzeit das Event seitens des Clubs mit initiiert hatte. Rechts: Martin Zell, Stellvertreter des Regionalbeauftragten, UCG-Regionalgruppe Bodensee-Oberschwaben. Mit ihm war ich zu der Benefits-Veranstaltung unterwegs. Er hat uns auch den Tipp gegeben, dass dieses Ereignis eventuell interessant für uns von Lakeside Cinematics sein könnte. Was es auch definitiv war, sogar weit mehr als das.
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Dieser extravagante, jedoch sympathische Freak, er verzeihe mir den "Ausdruck", hat mit seiner wirklich sehr freakigen Karre auch viele Blicke auf sich gezogen. Aber das fanden die Leute gut, eine Abwechslung am Rande des Geschehens. Hier im Gespräch mit Richard Koch, dem das auch gefallen hat. Jedenfalls habe ich einige coole Fotos von seinem Gefährt geschossen. Zu sehen sind diese und viele andere tolle Aufnahmen in der Fotogalerie zu dieser Story.
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Unimog U 1200 / 427 nach dem Einsatz. Er hat Feierabend, freut sich aber über ein Dusche, so wie alle, auch ich. Die Erfrischung und Körperreinigung war so ziemlich das erste, was ich tat, als ich wieder zuhause ankam. Selbstverständlich habe ich währenddessen schon mal die Daten der Speicherkarten auf den PC übertragen lassen.
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Bis dieses Fahrzeug auch im Innenraum wieder Tippi-Toppi aussieht, hat sein Herrchen schon ein bisschen mehr Arbeit als sonst üblich. Aber fürs dabei sein ist es das allemal wert, jedenfalls hat der Fahrer mir das so gesagt, als ich ihn darauf ansprach. Das ist nicht ganz selbstverständlich, weil das für eine Vielzahl von Mercedes G-Klasse-Fahrer, ich will wirklich niemanden zu Nahe treten, aber es ist die Tatsache, ein echter Horror wäre.
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Am Schluss, als die Kinder und Begleiter das Gelände verließen, eine "Sonderfahrt" von Martin Zell für ordentliche Actionfotos. Mit Vollgas um die Kurve, gerade noch am Boden mit dem hinteren Rad.
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Das letzte Foto meiner Story und mein Foto des Tages: Martin Zell mit seinem Unimog noch einmal in Aktion: Mit Vollgas durch ein Wasserloch, dass es nur so spritzte, wie man unschwer der Szenerie ansehen kann. Eine kleine Feierabenddusche für sein Militär-Truck, wobei das bisschen Wasser natürlich bei Weitem nicht ausreichte, das Fahrzeug zu reinigen.

Emotional sehr berührt

Alle Events, die wir von Lakeside Cinematics besuchen und dokumentieren, haben ihren ganz eigenen Reiz und bieten viele Geschichten. Doch das „Krebskinderfahren“ hat mich über alle Maßen emotional berührt, wie bisher kein anderes.

 

In diesem Sinne möchte ich meinen herzliche Wertschätzung dafür ausdrücken, dass ich im Auftrag von Lakeside Cinematics und mit Zustimmung der Veranstalter dabei sein durfte. Mein Dank gilt auch Martin Zell, der mich auf diese einzigartige und emotionale Reise mitgenommen hat. Eine Reise, die auch für mich zu einer bleibenden Erinnerung geworden ist: an gelebte Menschlichkeit auf der einen und an den legendären Unimog auf der anderen Seite.

 

12. Juli 2026
Michael Gfrerer

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Meine Person mit Richard Koch, dem Urvater des "Unimogfahren für krebskranke Kinder". Ich bedanke mich für eine eindrückliche und unvergessliche Zeit.

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Autor

Michael Gfrerer

Fotograf, Redaktion

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